Ein Weinfest in Fichtenberg? – Auch das stammt aus der Ideenschmiede des Musikvereins

Etwas ausgefallen war die Idee des Musikvereins schon, als die Musiker im Gründungsjahr am 5. Oktober zu einem Weinfest in die Gemeindehalle einluden, zumal unsere Gemeinde nicht gerade als Weindorf bekannt ist. Das sollte sich aber ab diesem Zeitpunkt ändern. Zumindest strömten zu dem ersten Weinfest die Fichtenberger Weinzähne in Scharen, um sich den neuen Wein mit Zwiebelkuchen munden zu lassen, oder eine Weinprobe am Probierstand zu absolvieren. Unterhaltsame Blasmusik zahlreicher Gastkapellen verschönerten das Fest, das mit einem Riesentrauben mit einem Gewicht von 1,5 Zentnern als Attraktion aufwarten konnte. Dieses natürliche Kunstwerk, geschaffen von unserem Musiker Konrad Mandl sen., wurde unter den Besuchern versteigert. weinfest1
 
Die folgenden Weinfeste erlebten eine Steigerung im Speisenangebot, bei der Unterhaltung und mit besonderen Programmpunkten. Die Schlachtplatte mit Sauerkraut gehört seither zum Standardangebot des Herbstfestes, bei dem 1982 rund 100 Zwiebelkuchen verzehrt wurden. Fallschirmspringer über Fichtenberg setzten ein großes Publikum in Erstaunen. Jährlich wuchs die Spannung bis endlich publik wurde, was sich der Musikverein zum Weinfest Neues hat einfallen lassen. Ob Minidampflokbahn, Adler-Oldtimerzug, Hubschrauber der Hubschrauberstaffel der US-Army aus Hessental oder Minibus und Modellflugvorführungen großes Publikumsinteresse war immer vorhanden.
 
weinfest2 Eines ganz besonderen Interesses kann sich seit dem Weinfest 1982 ein Schwein erfreuen, dessen Gewicht die Besucher schätzen können, mit der Chance auf den Gewinn des Schlachtschweines. Verbriefte Überlieferungen bescheinigen der ersten Weinfestsau ein Gewicht von 117,1 Kilogramm. Der Gewinner musste damals durch Losentscheid ermittelt werden, weil keine der Schätzer das genaue Gewicht „getroffen“ hatte. Sie lagen alle um gerade mal 100 Gramm daneben. Wie das Schwein in der Folgezeit zu dem poetischen Namen „Clara“ kam, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Die Namensgebung erfolgte vermutlich bei der „Weinfestnachfeier“ aus einer Laune heraus. „Clara“ war damit eindeutig zum Weinfestmaskottchen erkoren worden, und darf seither bei keinem Weinfest fehlen.

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